Matt
Shoemaker
Spots in the Sun
CD HMS 008
Bad Alchemy
March, 2007
Der in Seattle lebende Autodidakt hat mit seinem dröhnminimalistischen
Soundscapes schon Anklang gefunden bei verwandten Seelen wie Francisco
López und Bernhard Günter, der auf seinem Label Trente
Oiseaux Shoemaker's Groundless (2000) und Warung Elusion
(2001) herausgebracht hat. Dessen neuer Dröhnscape reizt Hörsinn
und Phantasie mit vier Szenen, zu denen man, je nach Wildheit der
Imagination, sich Sonnenflecken und Protuberanzen als fernen kosmischen
Klangsturm, oder auch einfach ein Fleckchen in der Sonne am Badesee
vorstellen mag. Jeweils taucht man ein in grummelnde Tableaus aus
Rauschpixeln in vibrierenden Grautönen und schimmernden Monochromien,
die in einem Zoomeffekt kulminieren. Als ob das Mikrophon vom Bild
angesaugt und verschluckt würde und in den letzten Sekunden akustische
Großaufnahmen des Schlunds liefern würde, in dem es verschwindet.
Im vierten Teil meine ich bebende Cymbals, Dutzende von Cymbals, als
Quelle ausmachen zu können, ein metallisch sirrendes Klangbeben,
das im Raum zu schweben scheint, und über das sich dunkle Dröhnwellen
hinweg wälzen. Als ob Shoemaker Makro- und Mikroebenen ineinander
blenden würde, meint man im Bildgewebe auch die molekularen Reibungen
und partikularen Kollisionen wahrnehmen zu können. Letztlich
aber verschwinden Katz und Maus im grauen Rauschen. Kennt ihr den?
Begegnen sich ein Ästhetizist und ein Anästhesist unter
einer Autobahnbrücke... |
|