Omit
Tracer
2CD HMS 005
Kommerz
reviewed by Pascal Blum
posted on November 16, 2005
Populär sind sie ja nicht gerade, die dunklen Electronica-Elegien,
bei der im Café del Mar sitzenden Macchiato-Klientel. Aber
hier geht es sowieso nicht um populär, sondern um den Code schön/hässlich.
Und schön ist diese in bester Klaus-Schulze-Manier gehaltene
Score-Paranoia von Omit für das Liebhaber-Label The Helen Scarsdale
Agency: Bereits der erste Track dauert über zwanzig Minuten,
hehe. Die obsessiven Elektronik-Konstruktionen sind im besten Sinne
das, was man eine Vertonung eines Cunningham-Clips nennen könnte:
field recordings, analoge Soundquellen, quietschende Holztüren
und einige Effektpedale wurden zu einer bedrohlichen Melancholie-Novelle
verschlauft: strukturalisierte Blackness. Die Tracks wurden zwischen
2001 und 2002 aufgenommen und jetzt für Scarsdale lizenziert,
nur gerade 750 handgedruckte Kopien davon sind überhaupt erhältlich.
Clinton Williams, der Mann hinter Omit, hat sich bisher mit Eigeneditionen
und Kassettenveröffentlichungen über Wasser gehalten.
Tracer ist sowohl Bilanz dieses Schaffens wie auch ein eigenständiges
Monstrum verängstigter Orchestrierung. |
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