BJ
Nilsen & Stilluppsteypa
Drykkjuvisur Ohljodanna
CD HMS 008
Bad Alchemy
January, 2007
Mit Drykkjuvísur Óhljódanna (HMS008)
lassen einen BJ NILSEN & STILLUPPSTEYPA wie schon bei Vikinga
Brennivin daran teilhaben, wie sich skandinavische Brummschädel,
über mehrere Generationen in Alkohol eingelegt, von innen anhören.
In der Mitternachtssonne sind nicht nur alle Katzen, sondern erst
recht alle Kater grau. Am Morgen danach, und jeder Morgen ist ein
Morgen danach, breitet sich dieses Grau dröhnend von Horizont
bis Horizont und das Leben ist so trocken wie die Wollsocke, die einem
über Nacht anstelle der Zunge in den Schlund gestopft wurde.
Jedes Geräusch trifft einen, mit einer gewissen Verzögerung,
als dumpfe Ganzkörpervibration, als minutenlang zeitlupig schnarrendes
Nachbeben des Gongs, als der der Dröhnschädel in sich erzittert.
Dröhnminimalismus nicht als Option, sondern als Conditio Humana.
Brumm, ergo sum. Will man dieses Brummen von sich schieben, fühlt
es sich wattig an und weicht nicht von der Stelle. Wohin man tappt,
ist Tundra, nasse Wüste. Nilsen, ansonsten als nüchterner
und wetterfester Soundscaper bekannt, und seine isländischen
Saufkumpane Sigtryggur Berg Sigmarsson & Helgi Thorsson, umkreisen
diese düstere, permafrostige, ausgeräumte, mit öd lautmalerisch
perfekt beschriebene Dröhnlandschaft wie Alkis ihre Trinkhalle
fünf Minuten, bevor sie aufmacht. Das ständige Morphen will
und will nicht die Epiphanie eines vollen Schnapsglases ausbrüten.
Die Welt ist die von Nilsens Soloprojekt Hazard oder von Kontakt der
Jünglinge, aber schlecht gesehen und gedämpft durch einen
Nebel aus betäubten Grauen Zellen. Die einzige Steigerung dazu
wäre ‚finnisch'. |
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